Gestern kam die Lieferung mit den neuen Garnsorten für den Schneeschaf-Shop in der Schafgasse an und trotz hektischer Urlaubsvorbereitungen konnte ich nicht die Finger vom Färben lassen. Glücklicherweise! Denn ich war einfach nur hingerissen. Vom Rohgarn und von der Art wie die Fasern die Farbe förmlich aufgesogen haben und vom Ergebnis. Juwelengleiche Farben satt und trotzdem subtil. Oh so mag ich das. Und endlich – endlich habe ich eine meiner Lieblingsgarnsorten im Shop. Und ich muss ganz schwer acht geben, dass ich nicht gleich alles selbst behalte. Aber das wäre wohl nicht ganz Sinn der Sache. Also bin ich brav, wickel schön die Stränge und deponiere sie im “Verkaufsregal”, wo sie jetzt auf ihr Fotoshooting warten. (Ganz ohne Heidi.)
Background
Donnerstag, 24. Juni 2010
Freitag, 18. Juni 2010
In the air tonight
Ja genau, da ist neuer Farbnebel “in the air tonight” und Leute ich kann euch sagen: Das fühlt sich gut an!
Und zur Feier des “Restarts” gibt’s demnächst ein Give-away hier im Schneeschaf-Blog. Also aufgepasst und mitgemacht, denn da mein Blog nicht so schrecklich viele Leser hat, stehen die Chancen richtig gut, ein Strängchen zu gewinnen.
Und wenn mir jetzt noch einer erklärt, wie ich meinen Sohn davon abhalte, ständig an Kater Merlins Futternapf zu krabbeln, könnte ich auch weiterarbeiten. ;) Bisher konnte das Probieren von Katzentrockenfutter gottlob erfolgreich verhindert werden.
Mittwoch, 16. Juni 2010
Michel lässt grüßen
Nein, ich weiß … der Schnitt heißt eigentlich “Bjarne”. Aber nachdem ich dieses Hemd hier genäht habe …
… wird er in meinem Kopf irgendwie immer “Michel” heißen. Da wird Langen mal eben schnell zu Lönneberga auch wenn ich noch nicht weiß, wo ich die passende Mütze dazu herbekomme.
Michel war ein Lausejunge
aus ’nem Dorf in Schweden,
nichts als dumme Streiche
hatte er im Sinn.
Unter seinen Streichen litten
Vater, Mutter, Ida,
auch die brave Lina
und auch die Lehrerin.Sing dudeldei, sing dudeldei,
der Michel war bekannt,
sing dudeldei, sing dudeldei,
bekannt im ganzen Land.
Sing dudeldei ...
Dienstag, 15. Juni 2010
Schneeschaf-Shop
Ich kann es kaum glauben, nicht einmal mehr ganz 4 Wochen und mein “kleines Baby” wird ein Jahr alt. Ich weiß wirklich nicht, wo diese zwölf Monate hin sind. Da hat doch jemand an der Uhr gedreht!
Gleichzeitig bedeutet das auch, dass der Schneeschaf-Shop bald wieder seine Pforten öffnen kann und das löst natürlich auch eine Flut von Gedankengekreisel bei mir aus. Das fängt bei der Einrichtung des neuen Arbeitsplatzes an und hört bei der “Sortimentsgestaltung” noch ganz lange nicht auf. Welche Garne bleiben, welche werden dazu aufgenommen? Kann ich wirklich in Ruhe arbeiten, wenn mein Kleiner trotz Omabespaßung mitkriegt, dass ich ja doch irgendwie da bin? Was würde noch in den Shop passen? Laufe ich Gefahr, dass es dann ein “Gemischtwarenladen” wird, oder sollte ich einfach das machen, was ich gut finde und woran ich Spaß habe? Und überhaupt – was ist schlecht an einem “Gemischtwarenladen”? Muss ich zum “Re-opening” (höhö) den Shop irgendwie umgestalten, oder würde das die Leute, die ihn kennen, nur verwirren? Kennt mich überhaupt noch jemand? Braucht die Welt noch Schneeschaf-Garne? (Ich hoffe ja mal sehr, denn ich freue mich so auf’s Färben.) Warum nicht mal handgefärbte, edle Stickgarne machen?
Das Lustige an der Sache ist ja, dass ich mir eigentlich ein Großteil dieser Fragen beantworten können müsste, schließlich bin ich ja “vom Fach” und könnte Unternehmer in genau einer solchen Situation beraten. Bloß bei mir selbst ist das irgendwie schwierig. Am liebsten würde ich tatsächlich alle da draußen, die Spaß an diesen Dingen haben fragen, was sie sich wünschen und was sie gerne im Shop hätten.
Ich glaube, das Wichtigste darf man einfach nie aus den Augen verlieren und das ist, sich selbst treu zu bleiben. Manchmal ist das nicht einfach, gerade wenn einem die Arbeit über den Kopf zu wachsen scheint. Trotzdem muss man mit Herz und Verstand arbeiten, das haben die Kunden verdient, das ist mir wichtig und daran wird auch nix gerüttelt. Es kommen nur Sachen in den Shop, von denen ich selbst hundertprozentig überzeugt bin und das gilt ganz besonders für meine Färbungen.
Irgendwie bin ich jetzt doch schon aufgeregt …
Hoffentlich ist mein Arbeitsplatz bald fertig, ich will loslegen. Und bei dem Gedanken daran ziehen schon wieder neue Farbkombinationen wie Schäfchenwolken an meinem inneren Auge vorbei.
Montag, 14. Juni 2010
Verpackungseinheit
Was um alles in der Welt soll ein “normaler” Mensch mit einer solchen Menge an Chili anfangen, wenn diese den Schärfegrad 8 – in Worten ACHT! - haben?
Wer mich kennt weiß, das ich bei scharfem Essen nicht gerade zimperlich bin aber von diesen so niedlich aussehenden Teilen, benötigt man gefühlt eine Schote auf einen 10-Litereimer Chili Con Carne.
Nadel, Faden und Einweghandschuhe liegen bereits bereit. Die scharfen Kerle werden jetzt zum Trocknen aufgehängt und anschließend zu Chiliflocken verarbeitet.
Samstag, 12. Juni 2010
Frau Holle
Keine Sorge, ich bin nicht etwa versehentlich in der falschen Jahreszeit gelandet oder an den Polarkreis umgezogen. Ganz genau genommen geht es auch weniger um die federbettenschwenkende Dame aus dem grimmschen Märchen, sondern um die “alte” Frau Holle, die germanische Göttin Hulda, Holda oder auch Holla.
Der Holunder wurde lange Zeit als “Baum” (eigentlich ist es ja ein Strauch) dieser alten Schutzgöttin verehrt und in vielen ländlichen Regionen war es noch lange Zeit wichtig, einen Holunder zum Schutz von Haus und Hof auf dem Grund zu haben. Er wurde mit Respekt behandelt und niemandem wäre es in den Sinn gekommen, einen Holunder einfach so zu fällen. Oft wachsen diese Sträucher an alten Schuppen oder Ställen. Und so war es auch bei uns. Hinter dem alten Hühnerstall hatte er sich ein Plätzchen gesucht.
Hier seht ihr ein (doch tatsächlich Frau Holle-mäßiges) Bild vom alten Hühnerstall im Januar 2009; im Hintergrund kuschelt sich der Holunder an die Seitenwand.
Ich hatte schon ein wenig Angst, er würde es uns übel nehmen, wenn wir ihm “seinen” Hühnerstall quasi unter dem Hintern abreißen und so ein klein wenig abergläubisch war ich dann auch. Unser neues Haus wird gebaut und Frau Holles Baum geht anschließend ein? – Das war eine etwas gruselige Vorstellung.
Jetzt ist es Juni 2010 und seht selbst:
Unserem “Schutzbaum” geht es also prächtig und seine Blüten duften herrlich. Und einmal ganz davon abgesehen, dass Frau Holle uns offenbar wohlgesonnen ist, hat so ein Holunder im Garten noch viel mehr Vorteile.
Die Blüten sind nicht nur sehr hübsch und duften herrlich, sie sind auch sehr lecker, als Sirup zum Beispiel. Der nagelneue “alte” Erntekorb wurde also mit Holunderblüten eingeweiht.
Gut 50 Dolden habe ich gesammelt und der Strauch hing so voll, dass ich nicht einmal eine Leiter dafür brauchte. Die Dolden wanderten zusammen mit Wasser, Zucker, Zitronensäure, Zitronen- und Orangenscheiben in einen großen Topf.
Nach drei Tagen geduldigem Warten wird alles durch ein feines Mulltuch abgegossen und noch einmal kurz aufgekocht und schon hat man dann den Sommer in Flaschen eingefangen. Und so hat Frau Holle, auf ganz verschlungenen Wegen, eben doch so einiges mit dem Sommer zu tun.
Freitag, 11. Juni 2010
Nicht aufgeben!
Das ist meine Devise. Ich habe schon in den letzten Tagen im Geiste diesen Eintrag geschrieben – in den unterschiedlichsten Varianten. Meine Gedanken kreiselten häufig um das, was ich wohl schreiben werde, wenn das eintritt, was sich bereits abzeichnete. Ich habe darüber sinniert, was wohl der Grund war und da kommt man auf sehr deprimierende Ideen.
So war ich auch ziemlich fertig und es ging tatsächlich so weit, dass ich darüber nachdachte, warum überhaupt noch einen Blog führen, wenn man damit nicht mal eine Kleinigkeit bewegen kann, wenn er doch offenbar nur dazu gut ist, “hübsche Bildchen” zu zeigen und in Gedanken entwarf ich schon einen ziemlich verbitterten Eintrag. In der Tat denke ich ohnehin häufiger darüber nach, warum ich das hier tue, aber das ist eine andere Geschichte – ein andermal.
Den verbitterten Eintrag wird es nun nicht geben, lediglich die sachliche Feststellung, dass “Light Joshuas Day” bisher nicht versteigert wurde. Aufgeben werde ich aber nicht, dafür liegt mir die Sache viel zu sehr am Herzen. Ich werde ihn hier in Langen zu EigenArt bringen und ihn dort verkaufen. Warum ich so stur bin? Weil ich jeden Moment daran denke: “Was, wenn es mein Kind wäre?”